Der Internationale Karlspreis zu Aachen

Der Internationale Karlspreis zu Aachen, der 1950 erstmals vergeben wurde, ist der älteste und bekannteste Preis, mit dem Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet werden, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben.

Die Idee des Karlspreises wurde am 19. Dezember 1949 aus der Aachener Bürgerschaft heraus geboren. Der Initiator, Dr. Kurt Pfeiffer, hat Idee und Zielsetzung der Auszeichnung wie folgt formuliert: „Der Karlspreis wirkt in die Zukunft, er birgt gleichsam eine Verpflichtung in sich, aber eine Verpflichtung von höchstem ethischem Gehalt. Er zielt auf freiwilligen Zusammenschluss der europäischen Völker, um in neu gewonnener Stärke die höchsten irdischen Güter – Freiheit, Menschlichkeit und Frieden – zu verteidigen, den unterdrückten und Not leidenden Völkern wirksam zu helfen und die Zukunft der Kinder und Enkel zu sichern.“

Zum Namensgeber für den Preis wurde Karl der Große, der als erster Einiger Europas gilt und der Ende des achten Jahrhunderts Aachen zu seiner Lieblingspfalz wählte; damit wurde eine Brücke zwischen europäischer Vergangenheit und Zukunft geschlagen.

Der Karlspreis ist ein Ehrenpreis und besteht aus einer Urkunde und einer Medaille. (Eine darüber hinaus bis 2007 vergebene Dotation in Höhe von 5.000,- Euro kommt seit dem Jahr 2008 dem Europäischen Jugendkarlspreis zugute.)

Auf der Vorderseite der Medaille ist das älteste erhaltene Stadtsiegel abgebildet. Die Rückseite weist eine auf den auf den jeweiligen Preisträger zugeschnittene kurze Würdigung seiner Verdienste für Europa auf.
Auch im Text der Urkunde werden diese Verdienste zum Ausdruck gebracht.

Von 1950 bis heute wurde der Karlspreis an über 50 Persönlichkeiten und Organisationen vergeben (bisherige Preisträger). Auch durch die herausragende Bedeutung der Ausgezeichneten erwarb die Ehrung im Laufe der Zeit besonderes Gewicht und hat sich zum renommiertesten Preis für große Europäer entwickelt.

Die Preisträger werden vom Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen (Karlspreisdirektorium) ausgewählt. Die inhaltliche Grundlage hierfür bilden die von den 12 Stiftern des Preises verfasste so genannte Proklamation von 1949, die diese ergänzende gemeinsame Erklärung des Rates der Stadt Aachen und der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen e.V. aus dem Jahr 1990 und die Satzung der Karlspreisgesellschaft.

Die Auszeichnung wird traditionell am Christi Himmelfahrtstag im Krönungssaal des Aachener Rathauses im Rahmen eines Festaktes überreicht. Bereits zwei Tage zuvor vergeben das Europäische Parlament und die Karlspreisstiftung seit 2008 alljährlich den Europäischen Karlspreis für die Jugend, mit dem Projekte junger Menschen ausgezeichnet werden, die das Gemeinschaftsgefühl der Europäer weiter festigen.

Die 1997 errichtete Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen verfolgt das Ziel, den Karlspreis in seiner Bedeutung für die Völkerverständigung und das Zusammenleben der Bürger, Völker, Nationen und Staaten in Europa zu fördern.